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Welche Bedürfnisse haben unsere Pflegebedürftigen und deren Angehörige?

Von "Gesundheit"

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Gerade in unserem Landkreis spielt die demographische Entwicklung eine wichtige Rolle. Die Herausforderungen an ambulante und stationäre Pflege nehmen beständig zu.

Wie können wir diese meistern? Welche Voraussetzungen erachtest Du hierbei als wichtig für unseren Landkreis?

Kommentare(15)

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Flexible Unterstützung bei der häuslichen Pflege, auch nachts
    Ich möchte auf die Dringlichkeit der Schaffung einer Koordinierungsstelle für freie Pflege- und insbesondere Kurzzeitpflegestellen hinweisen. Dies könnte der von Herrn Scharnagl geforderte virtuelle Pflegestützpunkt lesiten. Als meine Mutter kurzfristig einen Pflegeplatz benötigte, haben wir und der Sozialdienst um die 40 Einrichtungen kontaktiert. Ähnlich war es bei meiner Schwiegermutter Wenn Pflegeheime in der Region taggleich freie Kurzzeit- und Vollzeitpflegefälle an diese Koordinierungsstellen melden, könnte Sozialdiensten, Angehörigen und auch Pflegeheimen eine Menge Aufwand erspart werden. Im digitalen Zeitalter müsste das doch ohne große Probleme möglich sein.
    • 2 gefällt mir
    Pflegebedürftigkeit definiert sich über sehr viele verschiedene Bereiche. Ich persönlich finde es immer sehr schade, wenn man - zumindest aktuell - den Fokus überwiegend auf ambulante Pflege setzt. Es ist selbstverständlich ein großes Bedürfnis und auch ein Segen, wenn man als Pflegebedürftiger ambulant versorgt werden kann bis zum Ende. Allerdings kommt es leider meist vor, dass - warum auch immer - eine ambulante Versorgung nicht mehr ausreicht und eine vollstationäre Pflege benötigt wird. Angehörige haben nun häufig ein schlechtes Gewissen gegenüber ihren Lieben. Und leider fehlt bei Außenstehenden oft auch das Verständnis, wenn ein Altenpflegeplatz gesucht wird, denn es wird ja ständig suggeriert, dass "ambulante Pflege bis zu Schluss" für jeden möglich ist. Ich wünsche mir mehr Aufklärung und Akzeptanz - und zwar für jede Form der Pflegegestaltung. Niemand, der nicht selber pflegebedürftige Angehörige hat und diese auch betreut/gepflegt hat, kann enorme Leistung der Pflegenden nachvollziehen - sowohl physisch als (und vor allem) auch psychisch. Durch - vielleicht auch digitale? - Pflegemessen (Angebote zur Alltagsbewältigung) und Ausbildungsmessen (Berufsbild der Pflege und Betreuung wieder attraktiver machen) könnte das Bild der Pflegenden und auch der Alltag der Pflegebedürftigen wieder ein wenig "gerade gerückt" und dann auf einer objektiven Basis nach "gleichberechtigten Lösungsansätzen" gesucht werden (Formel: ambulant so lange wie möglich, stationär sobald als nötig, Tagespflege und Kurzzeitpflege als real erforderliche Zwischenlösung). Und nach dieser Abwägung sollte dann auch versucht werden, entsprechend (Kurzzeit-/Vollstationär/Tages-)Pflegeplätze vorzuhalten.
    • 1 gefällt mir
    Wenn bei Seniorinnen und Senioren – oft in den 80er/ 90er Jahren – körperliche und/ oder geistige Einschränkungen auftreten, ziehen Viele sich zunehmend aus dem aktiven Leben zurück. Solange es geht, bleiben sie in ihrer Wohnung und versuchen die wichtigsten Dinge des Lebens (Haushalt, Einkauf, Essen machen, …) selbstständig zu „meistern“. Eheleute unterstützen sich meist sehr gut. Doch alleine lebende ältere Menschen sind oft völlig überfordert und bräuchten mehr Hilfe. Mehr Frauen als Männer sind betroffen (in Ehen sind Männer meist älter, Frauen leben statistisch länger). Schulungen zum Umgang mit Smartphone, Internet und Video-Telefonie (auch z. B. mit Hausarzt) sind sinnvoll. Doch noch wichtiger sind persönliche Zuwendung, Zeit und einfach mal ein „liebes Wort“. Wenn eines der Kinder/ Enkel oder jemand aus der Nachbarschaft zuverlässig immer wieder „vorbeischaut“, sind ältere Menschen sehr dankbar, aber nicht immer gibt es solche „Engel“. Wenn nach einem Anruf bei der Krankenkasse ein/e Sachverständige/n vom MDK gekommen ist und eine Einstufung in einen Pflegegrad vorgenommen hat, kann ein Pflegedienst regelmäßig kommen, aber die ambulanten Altenpfleger/innen stehen meist unter Zeitdruck und können nur bestimmte Tätigkeiten abrechnen. Hausarztbesuche in mehrwöchigen Abständen, ein „Notruf-Knopf“ zum Betätigen bei einem Sturz, ein Rollator, ein Pflegebett und ein Badewannen-Lift erleichtern sicher das Leben. Aber viele Seniorinnen und Senioren leiden vor allem wegen des Alleinseins und bräuchten deutlich mehr Zuwendung und Unterstützung als sie es derzeit gibt, und mehr fachliche Beratung zu Möglichkeiten der Hilfe! Hier ist ein wichtiges Betätigungsfeld für das Ehrenamt! In der früheren DDR suchten „Gemeindeschwestern“ Menschen aktiv auf. Auch im Landkreis Wunsiedel brauchen wir zuverlässige Menschen, die regelmäßig zu älteren Leuten (gern auch zu Kranken und Migrantenfamilien!) in die Wohnungen kommen und einfach mal mit ihnen reden, ihnen zuhören, sie ggf. beraten (auch zu anderen Hilfsangeboten), für sie einkaufen und sie im Haushalt unterstützen!
    • 3 gefällt mir
    Für eine kompetente ärztliche und pflegerische Versorgung sollte man über neue Versorgungsstrukturen wie z.B.kombinierte offene Haus- und Facharztzentren mit kontinuierlich (also 24 Std. am Tag!) möglicher Hausbesuch- und Behandlungsoption sowie alternative Wohn- und Pflegemöglichkeiten wie z.B. Mehrgenerationenhaus, Pflege zu Hause unter Einbeziehung der Angehörigen und personell wie fachlich gut ausgestattete Senjorenzentren mit Spezialangeboten für Demenzpatienten sowie multimorbide chronisch Erkrankte Senjorinnen und Senjoren nachdenken. Der Kommerz und das Gewinnstreben der Beteiligten stehen derzeit leider immer noch sehr im Vordergrund, so dass ärztliche Versorgung und Pflege zum "Geschäft" zu verkommen drohen! Wo bleiben da Menschlichkeit und Empathie, die unser Gemeinwesen auszeichnen sollten?
    • 5 gefällt mir
    Profil von L D
    Gepostet von:L D
    vor 6 Jahren
    Für ältere Menschen, sollte es eine Möglichkeit geben, kostenlos zu Ärzten zu kommen. Sich mit wenig Rente ein Taxi nehmen zu müssen, dafür viel Geld zu bezahlen, weil man Beispielsweise von Weisenstadt nach Wunsiedel oder Marktredwitz muss finde ich unzumutbar.
    • 1 gefällt mir
    @L D Grundsätzlich für sozial Schwache zu diskutieren. Ein komplexes Thema, wo die Krankenkassen und der Gesetzgeber mit ins Boot genommen werden müssen. Es sollen ja die "Anrufbusse" künftig verstärkt eingesetzt werden!
    • 1 gefällt mir
    Errichtung eines virtuellen Pflegestützpunktes im Landkreis Wunsiedel. Hätte den Vorteil im ländlichen Raum, dass keine Anfahrten anfallen würden und Pflegebedürftige und deren Angehörigen ein zentraler Ansprechpartner, neutral und kostenfrei, zur Verfügung gestellt wird, um die Information und Aufklärung im Bereich Pflege zu verbessern. Schaffung von Kurzzeitpflegeplätzen im Landkreis ist dringend erforderlich, z.B. im Klinikum Fichtelgebirge, Haus Selb. Erstellen eines "Pflegebettennachweises", um bei Bedarf schnell herauszufinden, wo ein Pflegeplatz frei ist. Errichtung einer Wohngemeinschaft mit Anbindung einer Tagespflegeeinrichtung für Demenzerkrankte (auf dem Bauernhof) im Landkreis Wunsiedel zum selbstbestimmten Leben im Alter.
    • 3 gefällt mir
    @Konrad Scharnagl Vielen Dank für die zahlreichen Ideen und Anregungen.
      Profil von B Sche
      Gepostet von:B Sche
      vor 6 Jahren
      Arztpraxen, ich spreche für WUN, sind in keinster Weise auf Patienten im Rollstuhl sitzend, eingestellt. Beim Augenarzt muss der Patient mit Hilfe von Personal und Angehörigen aus dem Rolli auf den Behandlungsstuhl gewuchtet werden. Für alle 'Beteiligten eine Tortur. Vor allem für alte, ggf. auch noch demente Patienten. Nur weil der Behandlungsstuhl mit dem Boden verschraubt ist und man da angeblich nichts ändern könne um durch das Augenprüfgerät zu schauen. Gleiches gilt für andere Ärzte wie Zahnarzt oder weitere Fachärzte. Entweder gar nicht mit dem Rollstuhl erreichbar oder in der Praxis nicht darauf eingerichtet.
        Profil von B Sche
        Gepostet von:B Sche
        vor 6 Jahren
        Ich spreche hier speziell für die Stadt WUN: die Bordsteine sind teilweise extrem hoch, die Gehwege mit uraltem Pflaster versehen, das dermaßen holprig ist, dass ein alter, demenzkranker Mensch fürchterliche Angst hat aus dem Rolli zu fallen bei dem Geholper. Bleibt also nix anderes übrig, als auf der Fahrbahn zu laufen.......
        • 2 gefällt mir
        Profil von B Sche
        Gepostet von:B Sche
        vor 6 Jahren
        Für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, gibt es kaum eine Möglichkeit aus der Stadt Wunsiedel oder auch aus anderen Städten heraus zu kommen mit ÖPNV. Ich habe mir extra ein Auto kaufen müssen, um meine Mutter vom Altenheim im WUN abholen zu können und mit ihr mal an den Weißenstädter See zu fahren oder nach MAK. Die wenigen Busse, die einen Rolli aufnehmen können fahren von A nach B, aber dann auch gleich wieder zurück. D.h. wenn ich einen Ausflug machen will, dann komme ich zwar hin, aber nicht mehr heim.
        • 1 gefällt mir
        @B Sche vielen Dank für die Problemdarstellung.

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